| Zur Heimat erkor ich mir die Liebe |
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Kindheit (1907-1918)
Schon in Maschas Kindheit gründete Heimatlosigkeit gepaart mit Vaterlosigkeit das existentielle und lebenslängliche Gefühl von Verlorenheit, das sie später in dem Gedicht »Die frühen Jahre« beschreibt. Mit sieben Jahren erlebte sie ihre erste Flucht – nach Westen. Der erste Weltkrieg war ausgebrochen, viele Juden verließen aus Angst vor Pogromen der Russen ihre Heimat. Die Familie verschlug es zunächst nach Frankfurt am Main, dann nach Marburg. Maschas Vater wurde als russischer Staatsbürger interniert. Und auch später war er – man hörte in Gesprächen Ungefähres – viel »unterwegs« und »auf Schiffen«.
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Am 7. Juni
1907 kam Mascha Kaléko als Golda Malka Aufen in Schidlow – am Rande der ehemaligen Donaumonarchie – als Tochter eines
russischen Vaters und einer österreichischen Mutter zur Welt. Heute heisst der
Ort Chrzanow und liegt in Polen. In der eigenen Lebensdarstellung von Mascha
Kaléko war die galizische Herkunft stets stark retuschiert worden, wie aus
Klappentexten und Interviews hervorgeht. Aus Galizien stammte man nicht, ohne
das Naserümpfen sämtlicher Westeuropäer zu riskieren.